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Umschulungsmonitor: geförderte Umschulungen in Zahlen

Wie viele geförderte Umschulungen es je Beruf wirklich gibt, in welchen davon Teilzeit möglich ist und wie vollständig die amtlichen Daten sind. Erhoben aus der Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, monatlich neu, Rohdaten frei verwendbar.

Stand 29. August 2026: 10.420 geförderte Umschulungsangebote in 51 Berufen.

Davon laufen 1.237 in Teilzeit, also 12 Prozent. Die Spannweite dahinter ist das Eigentliche: an der Spitze steht Medizinische Fachangestellte mit 86 Prozent, am anderen Ende Mediengestalter Digital und Print mit keinem einzigen von 605 Angeboten. Wer Kinder zu betreuen hat, für den entscheidet diese Zahl darüber, ob eine Umschulung überhaupt infrage kommt.

Bei 70 Prozent der Angebote steht im Datumsfeld kein Kursbeginn. Häufig nennt der Anbieter einen Termin im Beschreibungstext; als Datum auswertbar ist er damit nicht. Wer nach dem nächsten Kursbeginn sortiert, sieht diese Angebote deshalb nicht vorne.

Teilzeit, Anbieter und Datenqualität je Beruf

Beruf Angebote davon Teilzeit Anteil Anbieter ohne Startdatum
Medizinische Fachangestellte 128 110 86 % 62 4 %
Projektmanagement 71 46 65 % 69 27 %
Erzieher 57 33 58 % 42 19 %
E-Commerce Kaufmann 796 247 31 % 168 60 %
Kaufmann für Büromanagement 973 293 30 % 276 63 %
Heilerziehungspfleger 12 3 25 % 10 58 %
Fachinformatiker Systemintegration 841 191 23 % 200 62 %
Fachinformatiker Anwendungsentwicklung 840 192 23 % 195 63 %
Sozialassistent 12 2 17 % 6 42 %
Maschinen- und Anlagenführer 135 21 16 % 65 38 %
Industriekaufmann 521 72 14 % 171 81 %
Tischler 37 5 14 % 26 43 %
Verwaltungsfachangestellte 25 3 12 % 19 8 %
Fachkraft für Metalltechnik 92 8 9 % 44 40 %
Kaufmann für Marketingkommunikation 15 1 7 % 12 13 %
Maler und Lackierer 35 2 6 % 23 54 %
Kaufmann im Einzelhandel 552 30 5 % 133 90 %
Pflegefachfrau 39 2 5 % 36 21 %
Kfz-Mechatroniker 21 1 5 % 15 38 %
Fachlagerist 404 18 4 % 115 20 %
Fachkraft für Lagerlogistik 760 24 3 % 196 63 %
Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung 428 11 3 % 110 92 %
Kaufmann im Groß- und Außenhandel 428 14 3 % 99 92 %
Steuerfachangestellte 392 11 3 % 103 92 %
Berufskraftfahrer 279 8 3 % 134 82 %
Mechatroniker 95 3 3 % 57 32 %
Immobilienkaufmann 385 6 2 % 95 96 %
Elektroniker 239 5 2 % 94 57 %
Industriemechaniker 96 2 2 % 67 33 %
Fachinformatiker Daten- und Prozessanalyse 478 6 1 % 96 94 %
Personaldienstleistungskaufmann 395 4 1 % 89 96 %
IT-Sicherheit 159 2 1 % 72 40 %
Mediengestalter Digital und Print 605 0 0 % 96 96 %
Technischer Produktdesigner 313 1 0 % 98 90 %
Zerspanungsmechaniker 65 0 0 % 51 37 %
Ergotherapeut 11 0 0 % 9 9 %

Bundesweit, Stand 29. August 2026. Angebote zählt geförderte Maßnahmen mit Abschluss, deren Kurstitel wirklich zum Beruf gehört. Anbieter ist die Zahl verschiedener Träger dahinter, denn zweihundert Angebote von drei Trägern sind etwas anderes als zweihundert von neunzig. Ohne Startdatum ist der Anteil der Angebote, bei denen im dafür vorgesehenen Feld kein Kursbeginn steht.

Zu wenige Angebote für eine Quote (unter 10 bundesweit, deshalb nicht in der Tabelle): Kaufmann für Dialogmarketing (8) · Kraftfahrzeugmechatroniker (8) · Mediengestalter Bild und Ton (7) · Pharmazeutisch-technische Assistentin (6) · IT-Systemelektroniker (5) · Anlagenmechaniker Sanitär Heizung Klima (4) · Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen (3) · Luftverkehrskaufmann (3) · Zahnmedizinische Fachangestellte (3) · Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (2) · Rettungssanitäter (2) · Bankkaufmann (1) · Gabelstaplerfahrer (1) · Notfallsanitäter (0) · Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (0). Das ist selbst ein Befund: wer in einen dieser Berufe umschulen will, findet bundesweit kaum ein gefördertes Angebot und praktisch nie eines in der eigenen Stadt.

Wie diese Zahlen entstehen

Grundlage ist die öffentliche Schnittstelle der Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, dieselbe Datenbank, die hinter dem Portal mein NOW steht. Abgefragt wird der gesamte Bestand bundesweit, eingegrenzt auf Angebote, die mit einem Abschluss enden und über den Bildungsgutschein förderfähig sind (ute=true, foerderarten=BW_2).

Die Weiterbildungssuche arbeitet mit einer weichen Volltextsuche: sie findet zu einem Suchbegriff auch verwandte Berufe. Beim Stöbern ist das hilfreich, für eine Zählung je Beruf brauchen wir es enger. Jeder Treffer wird deshalb zusätzlich am Kurstitel gegen den amtlichen Berufsnamen geprüft, und gezählt wird nur, was übrig bleibt. Die ungeprüfte Trefferzahl liegt je nach Beruf spürbar höher; welche der beiden Zahlen gemeint ist, sollte man deshalb immer dazusagen.

„In Teilzeit“ heißt: mindestens ein Termin des Angebots läuft in Teilzeit. Viele Anbieter führen dasselbe Angebot in beiden Formen. Von den Angeboten in dieser Spalte laufen bei Kaufleuten für Büromanagement 84 Prozent zusätzlich in Vollzeit, bei Fachinformatikern für Anwendungsentwicklung 76 Prozent, bei Erzieherinnen und Erziehern 21 Prozent. Ein Angebot in dieser Spalte ist also ein Angebot, bei dem Teilzeit möglich ist, und nicht eines, das ausschließlich in Teilzeit stattfindet.

Teilzeit ist eine eigene Abfrage an die Datenbank und keine Schätzung. Bei ohne Startdatum zählen wir Angebote, nicht einzelne Termine: die Suchantwort liefert je Angebot höchstens fünf Termine, ein Angebot kann aber mehrere hundert haben. Eine Quote über die gelieferten Termine wäre eine Quote über die Vorschau.

Mehrere Suchbegriffe können dasselbe Angebot finden. In den Zeilen der Tabelle steht es deshalb bei jedem passenden Beruf, in der Gesamtsumme oben aber nur einmal. Die Spaltensumme der Tabelle ist aus demselben Grund größer als die Gesamtzahl.

Was diese Zahlen nicht sind. Sie sagen, welche Angebote in der amtlichen Datenbank stehen, nicht wie gut sie sind und nicht, ob eine Förderung bewilligt wird. Der Bildungsgutschein ist eine Ermessensleistung nach § 81 SGB III, darüber entscheidet allein die Agentur für Arbeit.

Ein Beruf mit null Treffern bedeutet auch nicht, dass es diese Umschulung nicht gibt. Es bedeutet, dass an diesem Tag kein förderfähiges Angebot unter diesem Berufsnamen in der Datenbank stand. Anbieter pflegen ihre Einträge selbst und tun das laufend; die Zahlen von morgen sehen anders aus.

Verwendung und Zitat

Die Zahlen dürfen frei verwendet werden, auch gewerblich, mit Angabe der Quelle und einem Link auf diese Seite. Wer die Rohdaten weiterverarbeiten will, bekommt sie als JSON. Für Rückfragen zur Methodik oder für eine Sonderauswertung nach Beruf, Region oder Zeitraum schreiben Sie mir einfach.

Rohdaten als JSON · martin@umschulungslotse.de

Zitiervorschlag:

Umschulungsmonitor, umschulungslotse.de, Stand: siehe Seite. Eigene Auswertung der Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit.

Warum wir das messen

Wer eine Umschulung sucht, stellt sich zwei Fragen, die sich aus einer Kursliste nicht auf einen Blick beantworten lassen: Gibt es das in meinem Beruf überhaupt, und geht es neben der Kinderbetreuung? Die Antwort schwankt von Beruf zu Beruf so stark, dass ein allgemeiner Satz dazu in beide Richtungen falsch wäre. Also zählen wir nach.

Ich betreibe den Umschulungslotsen, ein kostenloses Informationsangebot zum Bildungsgutschein, und frage die Schnittstelle der Bundesagentur ohnehin täglich ab. Die Auswertung fällt dabei praktisch nebenbei an. Sie öffentlich zu machen kostet mich nichts und erspart anderen das Nachbauen.

Quellen

Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, mein NOW (öffentliche Schnittstelle).

§ 81 SGB III (Förderung der beruflichen Weiterbildung), § 8 SGB III (Vereinbarkeit von Familie und Beruf), Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV).

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